Fachanwaltschaft

Im Jahr 1997 wurde für Rechtsanwälte die Zusatzqualifikation „Fachanwalt für Strafrecht“ in die Fachanwaltsordnung (FAO) eingeführt.

Voraussetzung für den Erwerb der Fachanwaltsbezeichnung ist das Vorhandensein besonderer theoretischer Kenntnisse und besonderer praktischer Erfahrungen. Beide müssen in dem jeweiligen Fachgebiet erheblich das Maß dessen übersteigen, das üblicherweise durch die berufliche Ausbildung und die praktische Erfahrung im Beruf vermittelt wird.

Zum Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse ist die Teilnahme an einem auf den Erwerb der jeweiligen Fachanwaltsbezeichnung vorbereitenden anwaltsspezifischen Lehrgang notwendig, der alle Bereiche des Fachgebiets umfasst. Für das Gebiet Strafrecht sind besondere Kenntnisse nachzuweisen in den Bereichen:

  1. Methodik und Recht der Strafverteidigung und Grundzüge der maßgeblichen Hilfswissenschaften,
  2. materielles Strafrecht einschließlich Jugend-, Betäubungsmittel-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht;
  3. Strafverfahrensrecht einschließlich Jugendstraf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie Strafvollstreckungs- und Strafvollzugsrecht.

Die Gesamtdauer des Lehrgangs muß, die Leistungskontrollen nicht mitgerechnet, mindestens 120 Zeitstunden betragen. Es wurden als Leistungskontrollen 3 Klausuren von jeweils 5 Zeitstunden geschrieben.

Mir wurde von der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer im Jahr 1998 aufgrund des Nachweises meiner besonderen theoretischen Kenntnisse und meiner besonderen praktischen Erfahrung gestattet, die Bezeichnung „Fachanwalt für Strafrecht“ zu führen.

Seit dieser Zeit weise ich der Kammer jährlich die von mir besuchten Fortbildungsveranstaltungen nach.

Diese finden ihren Niederschlag auch in dem Fortbildungszertifikat der Bundesrechtsanwaltskammer und der Fortbildungsbescheinigung des Deutschen Anwaltsvereins.